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Eine Katze aus dem Tierschutz zieht ein

Fünf wertvolle Tipps für die Eingewöhnungsphase            

                  

(Expertinnen-Beitrag von Denise Riggers)

Was eine Katze aus dem Tierschutz in ihrem Leben vor der Adoption alles erlebt hat, kann ganz unterschiedlich sein. Manche Tierschutzkatzen sind auf einer liebevollen Pflegestelle aufgewachsen und kennen das Leben in einer Familie von klein auf. Einige wurden erst viel später gefangen und haben vorher noch nie ein Haus von innen gesehen. Andere haben ihr Zuhause verloren und können es kaum erwarten, endlich wieder in eine neue Familie zu ziehen. Und wieder andere mussten in ihrem Katzenleben schon viel Schlimmes erleben und haben einfach Angst vor allem Neuen, was auf sie zukommt.

Je nachdem welches Rucksäckchen das neue Familienmitglied mit sich bringt, kann es also unterschiedlich lange dauern und mehr oder weniger Unterstützung benötigen, bis eine Katze sich in ihr neues Zuhause eingewöhnt hat und ihrer neuen Familie vertraut. Mit einigen Tipps wird aber für jede Katze die Eingewöhnungsphase um einiges leichter.

Fünf wertvolle Tipps zur Eingewöhnung einer Tierschutzkatze  

  1. Das Ankunftszimmer

Wenn in einer neuen Umgebung direkt zig neue Eindrücke auf sie einprasseln, kann das erstmal ganz schön überfordernd sein.

Viel schöner ist es deshalb, direkt nach dem Umzug in einem ruhigen Zimmer erst einmal „anzukommen“. Wenn die Katze sich darin wirklich sicher fühlt und neugierig mehr vom neuen Zuhause sehen will, kann sie von diesem sicheren Hafen aus erste Erkundungstouren starten. Wann genau dieser Zeitpunkt gekommen ist, ist von Katze zu Katze unterschiedlich.

Was gehört alles in Ankunftszimmer?

  • min. ein Katzenklo, besser zwei
  • leckeres Futter, das die Katze schon kennt
  • ein gut gefüllter Wassernapf, möglichst weit weg von Katzenklo und Futternapf
  • eine Kratzgelegenheit
  • evtl. ein paar kleine Spielzeuge
  • min. ein bequemes, kuscheliges Versteck      
    • gut geeignet sind dazu z. B. umgedrehte Kartons mit einem katzengroßen Eingangsloch und einer gemütlichen Decke darin    


  1. „Care-Paket“ für die ersten Tage

Der Umzug in ein neues Zuhause bringt unglaublich viele Veränderungen auf einmal mit sich. Je mehr die Katze im neuen Zuhause schon kennt, umso leichter wird ihr die Umstellung fallen.

Es lohnt sich deshalb immer, die bisherigen Streu- und Futtersorten vor dem Umzug zu erfragen und je eine kleine Portion davon für die ersten Tage zu besorgen. Nach ca. drei Tagen kann dann bei Bedarf auf eine neue Sorte umgestellt werden, indem über einige Tage jeden Tag etwas mehr von der neuen Sorte in die bisherige untergemischt wird. Gerade beim Futter ist eine langsame Umstellung besonders wichtig, da es sonst durch die Kombination aus Umzugsstress, neuer Umgebung und ungewohntem Futter leicht zu Magen-Darm-Problemen kommen kann.

Wenn Decken oder Spielzeuge mit bekannten Gerüchen aus dem bisherigen Zuhause mit umziehen können, macht das alles gleich noch angenehmer.


  1. Langsames Anfreunden

Katzen finden es oft gruselig, direkt ungefragt durchgekuschelt zu werden. Viel netter ist es dagegen, wenn sie selbst entscheiden können, wann sie Kontakt möchten. Am besten bietet man dem Neuankömmling also einen sicheren Rückzugsort an, an dem ihn auch wirklich niemand stört. Ein Stück davon entfernt kann man sich ruhig hinsetzen, bei Blickkontakt langsam blinzeln (ein eindeutiges Signal an die Katze „ich tue dir nichts“) und ihr Futter anbieten und freundlich mit ihr sprechen. Je nach Charakter und Vorgeschichte der Katze sind dann relativ bald auch erste Spiele mit der Spielangel oder erstes Streicheln möglich.

Wohnen andere Katzen, Hunde oder kleine Kinder mit im Haushalt, sollten die ersten Begegnungen auf keinen Fall unbeaufsichtigt stattfinden. Der oft empfohlene Rat „Die machen das unter sich aus“ geht in der Regel nämlich ziemlich nach hinten los und statt einer beginnenden Freundschaft erlebt die neu eingezogene Katze womöglich direkt ein Trauma und wird dann umso länger brauchen, um Vertrauen aufzubauen. Unter der sicheren Begleitung eines Erwachsenen sind dagegen freundliche erste Begegnungen, z. B. an einer Gittertür möglich, während es mit etwas Abstand zueinander einige Leckereien für alle gibt.

Wenn alle Beteiligten viele gemeinsame positive Erfahrungen in diesem gesicherten Rahmen gemacht haben, dürfen sie dann langsam Schritt für Schritt auch mehr zusammen erleben.


  1. Step by Step

Auch wenn am liebsten alle Freunde und Verwandten das neue Kätzchen sofort kennenlernen wollen – erst sollte das neue Familienmitglied sich ein kleines bisschen eingewöhnen können. Große zusätzliche Stressfaktoren wie Besuch oder Bauprojekte in der Wohnung sollten also lieber erst eine ganze Weile nach dem Einzug stattfinden. Katzen, die sich in ihrer Umgebung sicher fühlen und sich jederzeit in ein bekanntes, sicheres Versteck zurückziehen können, kommen mit solchen neuen Erlebnissen nämlich viel besser zurecht.


  1. Vertrauensaufbau

Vertrauen baut sich nicht von einer Minute auf die andere auf, sondern darf wachsen. Einige Katzen brauchen dafür eine ganze Weile und viel Unterstützung, andere fühlen sich schon nach wenigen Stunden pudelwohl. Einer eher schüchternen Katze kann man dabei helfen, indem man nicht einfach nur abwartet, ob sie sich irgendwann von selbst an die Situation gewöhnt, sondern selbst für positive gemeinsame Momente sorgt. Zum Beispiel indem man ihr immer wieder Leckereien anbietet und dann ruhig in einer anderen Ecke des Zimmers wartet, während sie frisst. Klappt das schonmal, kann der Abstand zwischen Mensch und Katze beim Fressen jeden Tag ein wenig kleiner werden, bis irgendwann die ersten Leckerlies direkt aus der Hand genommen werden. Auch gemeinsames Clickertraining ist beim Aufbau einer guten Beziehung eine sehr große Hilfe.

Zusätzlich zu viel Geduld und Verständnis können auch unterstützende Maßnahmen wie Pheromonverdampfer helfen, die Eingewöhnungszeit zu verkürzen.

Und ganz egal, ob das neue Familienmitglied erst nach Wochen oder schon innerhalb weniger Stunden Vertrauen fasst – danach liegt ein ganzes Katzenleben voller schöner gemeinsamer Momente vor dem neuen Katze-Mensch-Team.


Gesundheitsmanagement und Pflege von Meerschweinchen und Kaninchen

              

Ein tiermedizinischer Leitfaden

Meerschweinchen und Kaninchen sind beliebte Kleinsäugetiere, deren Ansprüche an eine artgerechte Haltung oft noch immer unterschätzt werden. Bei Kaninchen und Meerschweinchen sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen genauso wichtig wie bei Hunden und Katzen.

Diese Untersuchungen ermöglichen den Tierärzten, potenzielle gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Es ist wichtig zu betonen, dass die genauen Vorsorgeuntersuchungen von individuellen Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand und Lebensumständen des einzelnen Tieres abhängen. Allgemeine Gesundheitschecks beim Kleinsäuger-erfahrenen Tierarzt (!) sollten mindestens zweimal im Jahr durchgeführt werden.

Dazu gehören unter anderem folgende Untersuchungen:

  • Gewichtskontrolle: Eine regelmäßige Überprüfung des Gewichts ist wichtig, um sicherzustellen, dass das Tier weder unter- noch übergewichtig ist. Ungewöhnliche Gewichtsveränderungen können auf gesundheitliche Probleme hindeuten.
  • Zahnkontrolle: Kaninchen und Meerschweinchen haben ständig nachwachsende Zähne, die zu Problemen führen können, wenn sie nicht richtig abgenutzt werden. Regelmäßige Kontrollen der Zähne sind daher entscheidend.
  • Krallenkontrolle: Es ist wichtig, die Krallen zu überprüfen, um sicherzustellen, dass sie nicht zu lang werden und das Tier dadurch Probleme beim Laufen bekommt.
  • Impfungen: Kaninchen sollten je nach verfügbarem Impfstoff mindestens 1x jährlich gegen Myxomatose und RHD (Rabbit Hemorrhagic Disease) geimpft werden.
  • Parasitenkontrolle: Regelmäßige Untersuchungen auf Parasiten wie Flöhe, Milben und Würmer, ggf. auch durch mikroskopische Kotuntersuchungen.
  • Blutuntersuchungen: Bei älteren Tieren oder solchen mit bekannten Vorerkrankungen können Blutuntersuchungen Aufschluss über den Gesundheitszustand geben.
  • Beratung zu spezifischen Rassen: Bestimmte Rassen können anfälliger für spezifische gesundheitliche Probleme sein. Der Tierarzt kann spezifische Ratschläge für die Pflege und Gesundheitsvorsorge geben.

Einige dieser Untersuchungen, wie zum Beispiel, die Gewichts- oder Krallenkontrolle können und sollten bereits durch den Halter der Tiere in regelmäßigen Abständen zu Hause durchgeführt werden.

Gesundheitsfallen bei kleinen Heimtieren

Es gibt einige klassische Gesundheitsfallen, auf die man bei der Haltung von Kaninchen und Meerschweinchen besonders achten sollte.

  • Falsche Ernährung ist einer der häufigsten Ursachen für medizinische Probleme beim Kleinsäuger: Eine unausgewogene bzw. falsche Ernährung kann zu Verdauungsproblemen, Zahnproblemen und anderen ernährungsbedingten Gesundheitsproblemen führen.
  • Mangel an Bewegung: Kaninchen und Meerschweinchen benötigen viel Platz zum Herumlaufen und Erkunden. Ein Mangel an Bewegung kann zu Fettleibigkeit und muskulären Problemen führen.
  • Soziale Isolation: Kaninchen und Meerschweinchen sind sehr soziale Lebewesen und sollten niemals allein gehalten werden. Ein Mangel an sozialer Interaktion kann zu Stress und Verhaltensproblemen führen.
  • Unterschätzung von Stressauslösern: Die meisten Kleinsäuger sind empfindlich gegenüber Lärm und plötzlichen Bewegungen. Eine stressige Umgebung kann zu Angstzuständen und Gesundheitsproblemen führen.
  • Mangelnde Hygiene: Ein vernachlässigtes Gehege oder unsauberes Einstreumaterial kann zu Infektionen und Parasitenbefall führen.
  • Nichterkannte Schmerzen: Kleinsäugetiere können Schmerzen gut verbergen. Anzeichen wie verminderte Aktivität, Appetitlosigkeit oder eine veränderte Körperhaltung sollten ernst genommen werden.
  • Unzureichender Schutz vor Witterungseinflüssen: Im Freien gehaltene Kaninchen und Meerschweinchen benötigen einen geschützten Bereich, um sich vor extremen Temperaturen, Nässe und Wind zu schützen.
  • Unvorsichtiger Umgang: Zu grobes oder unsachgemäßes Handling kann zu Verletzungen führen, insbesondere bei Kaninchen, die sehr empfindliche Wirbelsäulen haben.

Im Vorfeld über tiergerechte Haltung informieren

Kaninchen und Meerschweinchen sind sehr anspruchsvolle Haustiere, deren Haltung oftmals unterschätzt wird. Daher ist es ratsam, sich vor der Anschaffung eines neuen Haustieres bereits im Vorfeld zu informieren und abzuwägen, ob man den Bedürfnissen der Tiere gerecht werden kann. Anlaufstellen für fachkundige Ratschläge hierfür sind Heimtierkundige Tierärzte, erfahrene Züchter oder Internetseiten wie z. B. www.kaninchenwiese.de.



Die ersten Tage mit einem Hund aus dem Tierschutz

              

Mit Routine, Ruhe und Erwartungssicherheit einen guten Start schaffen

Hunde aus dem Tierschutz, die gerade erst adoptiert wurden, sind in ihrem neuen Zuhause anfangs mit unglaublich vielen neuen Eindrücken konfrontiert. Viele von ihnen reagieren darauf mit Überforderung, Unsicherheit oder Angst. Doch warum ist das so? Insbesondere für Auslandstierschutzhunde ist es zumeist das erste Zuhause ihres Lebens. Sie kennen weder das Wohnen in einem Haus, noch Menschen, die sich um sie kümmern, geschweige denn Spaziergänge und viele andere Dinge.

Schlichtweg alles ist neu. Sich in dieser Situation in die Hunde hineinzufühlen und zu versuchen nachzuvollziehen, wie es ihnen geht, kann uns Menschen helfen sie besser zu verstehen. Dazu können wir uns folgendes vorstellen: 

Nach einer 24-Stunden-Reise werden wir in einem Ort eines uns völlig fremden Landes abgesetzt. Jemand schiebt uns in ein Haus, gefüllt mit völlig fremden Menschen, deren Sprache uns gänzlich fremd ist. Wir wissen absolut nicht, wie wir uns verhalten sollen …

So oder so ähnlich geht es wohl vielen Hunden aus dem (Auslands-)Tierschutz. Auch uns Menschen würde solch eine Situation verunsichern und, je nach Vorerfahrung, verängstigen. 

Meiner Erfahrung nach entsteht, kurz nach Einzug des Hundes, oft sehr bald der Wunsch dem neuen Familienmitglied die Welt zu zeigen und der Gedanke den Hund auslasten zu müssen. Doch für die Neuankömmlinge ist anfangs nur eines wichtig: All die ungewohnten, oft Furcht einflößenden Eindrücke zu verarbeiten und dafür braucht es viel Ruhe und Schlaf. Spaziergänge sind hierbei für den Anfang meist noch viel zu viel, denn sie sind mit dem Verarbeiten der Reize des neuen Wohnumfeldes bereits vollends ausgelastet.

Der Garten für erste Erkundungen

Sofern Sie einen Garten haben, nutzen Sie diesen für erste gemeinsame Erkundungen. Jedoch nur, wenn dies nicht bereits überfordert und stets mit ausreichender Sicherung (doppelte Sicherung mit Sicherheitsgeschirr), um einem Entlaufen vorzubeugen. Denn auch ein hoher Gartenzaun bietet keine ausreichende Sicherheit. Hunde sind Meister im Klettern und auch ein Loch ist schnell unter dem Zaun hindurch gebuddelt.

Manche Hunde haben zu Beginn solch große Schwierigkeiten ihre neue Lebenssituation zu bewältigen, dass es nicht möglich ist, das Haus mit ihnen zu verlassen. Dies ist für eine gewisse Zeit völlig in Ordnung.
 

Wichtig bei allem ist

Machen Sie mit Ihrem Hund nur Dinge, die er leisten kann und zwingen Sie ihn nicht durch Situationen hindurch. Ein überforderter Hund kann kein Vertrauen fassen und wir wünschen uns doch alle eines – eine innige und vertrauensvolle Beziehung zu unserem vierbeinigen Familienmitglied.

Doch was benötigt ein jüngst eingezogener Hund, um ungewohnte Umstände zu bewältigen?

Vor allem braucht er ein Gefühl von Sicherheit und dabei können Sie ihn unterstützen, indem sie für Erwartungssicherheit sorgen. Also die Vorhersehbarkeit dessen, was als Nächstes passieren wird. Leider können wir frisch adoptierten Hunden nicht verbal erklären, was geschehen wird. Doch wir können durch Rituale und gleichbleibende Abläufe eben diese so wichtige Erwartungssicherheit geben.

Die ersten Spaziergänge 

  • Die meisten Hunde aus dem Tierschutz kennen Spaziergänge entweder noch nicht (insbesondere Auslandstierschutzhunde) oder sie haben aufgrund von längerer Zeit im Tierheim keine ausreichend ausgeprägte Muskulatur. Aus diesen Gründen und weil längere Spaziergänge in der Regel anfänglich überfordern, sollten diese erst einmal kurz gestaltet und dann langsam gesteigert werden.
  • Wenn Ihr neuer Schützling nun also zu Hause und im Garten bereits gut zurechtkommt, können Sie beginnen, ihm behutsam und schrittweise neue Gefilde zu zeigen. Zu Beginn reicht es oft vollkommen aus, die gleiche kurze Strecke hin und wieder zurückzulaufen. Nutzen Sie bei jedem Spaziergang unbedingt die doppelte Sicherung, um auch in möglichen Schreckmomenten auf der sicheren Seite zu sein. Wir können nie wissen, wie ein neuer Hund reagiert. 
  • Verwenden Sie auf Spaziergängen und im Garten ruhig zwei längere (3 Meter) Leinen. Viele Hunde empfinden es angenehmer, wenn sie nicht direkt neben ihrem neuen Menschen laufen müssen und viel Gelegenheit zum Schnüffeln und Erkunden haben. 
  • Sollten Sie in einer sehr städtischen Umgebung wohnen, so fahren Sie für Spaziergänge lieber in eine ruhige Umgebung. Dies hat den schönen Nebeneffekt, dass das Autofahren sogleich positiv verknüpft wird. Achten Sie dabei ebenfalls stets auf ausreichende Sicherung, auch beim Aussteigen aus dem Auto.

Der Inselspaziergang für unsichere Hunde

Anfänglich sind die meisten Hunde auf Spaziergängen unsicher oder ängstlich. Sie reagieren schreckhaft auf viele Reize wie vorbeifahrende Autos, Kindergeschrei, die Plastiktüte, die im Wind vorbeifliegt oder den Nachbarhund und vieles mehr. Doch es gibt eine ganz wunderbare Methode, die sie unterstützt: den Inselspaziergang. Der Inselspaziergang erfüllt das Bedürfnis unserer Hunde nach Erwartungssicherheit. 

Doch was genau ist ein Inselspaziergang und wie können Sie diesen etablieren? Der Inselspaziergang ist eine immer gleich bleibende Spazierrunde mit eingebauten Aktivitäts-Inseln. 

  • Überlegen und erkunden Sie, wo auf Ihrem Spaziergang geeignete Elemente sind, an denen Sie kleine Aktivitäten einbauen können. Hierzu eignen sich umgefallene Baumstämme, ein Baum mit dicker Rinde, Rasenflächen, kleine Mäuerchen und vieles mehr. An diesen Stellen (den Inseln) bauen Sie nun kleine Aktivitäten ein, die von nun an IMMER stattfinden, wenn Sie an diese Stelle gelangen: Zum Beispiel können Sie in der dicken Rinde eines Baumes eine kleine Leckerlie-Suche veranstalten. Wenn Ihr Hund gerne springt, lassen Sie ihn jedes Mal auf den umgefallenen Baum springen. Eine andere Inselstation könnte das Balancieren/Entlanglaufen auf dem Mäuerchen sein. 
    • Gibt es eine Bank auf Ihrer Runde? Perfekt! Nutzen Sie sie für eine Kuscheleinheit (sofern Ihr Hund das mag) und beobachten Sie gemeinsam die Umgebung. Mit Leckerlis bestückte Rasenflächen laden zum ausgiebigen Schnüffeln ein und bereiten viel Freude. Prinzipiell gilt: Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – erlaubt ist, was Ihrem Hund Spaß macht.
  • Durch das Einhalten dieser gleichbleibenden Struktur weiß Ihr Hund nach einigen Spaziergängen mit dem gleichen Ablauf genau, was ihn auf den Spaziergängen erwartet (Erwartungssicherheit). Sollte er einmal ängstlich werden, wird die nächste Station mit großer Wahrscheinlichkeit Entspannung bewirken, denn Ihr Schützling hat die Aktivität bereits mit etwas Positivem verknüpft.
  • Zwischen den Inseln sollte Ihr Hund natürlich genügend Gelegenheit haben, um Hundesachen wie Schnüffeln und Markieren, nachzugehen. Lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn Ihr Hund anfangs noch nicht alle Tätigkeiten verrichten kann. Aufregung und Unsicherheit über die neue Situation sind ganz normal. Konzentrieren Sie sich auf Aktivitäten, denen Ihr Tierschutzhund bereits folgen kann. Wenn dies am Anfang bedeutet, an den Inseln gemeinsam die Umgebung zu beobachten, dann ist dies schon ganz viel wert. Lassen Sie ihm Zeit dabei und vielleicht schmeckt ihm währenddessen schon ein Hundekeks.



Katzen müssen nicht ins Tierheim

Werdende Eltern und Katzenhalter stehen im Laufe der Schwangerschaft immer wieder vor der Frage, was mit ihrer Katze passieren soll: Schließlich müsse man überlegen, wohin das Tier, das die werdende Mutter eventuell mit Toxoplasmose infizieren könnte, umziehen könne. Es wird unterstellt, dass der Kontakt zum Schmusetiger prinzipiell eine Lebensbedrohung für das Ungeborene darstelle. „Leider werden aufgrund von Vorurteilen viele Katzen ins Tierheim abgegeben, wenn sich ein Baby ankündigt. Die Tierheime sind oft überfüllt." erklärt shelta-Leiterin Heike Engelhart.

TASSO e.V. erklärt, was zu beachten ist, damit keine Katze ihr Zuhause verlassen muss.

Nicht vom Katzenklo geht die größte Gefahr aus

Als Hauptargument für einen Auszug der Katze wird meist die Gefahr der Ansteckungsgefahr mit der Infektionskrankheit Toxoplasmose genannt. Studien belegen, dass die Hauptquelle des Erregers jedoch rohes beziehungsweise nicht durchgegartes Fleisch, wie Tartar, Steaks, Salami und Mettwurst ist. Auf den Verzehr hiervon sollten Schwangere unbedingt verzichten. Untersuchungen zufolge ist etwa jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens mit Toxoplasmose infiziert gewesen. Das Gute an der Sache: Hat die Frau einmal eine Infektion durchgestanden, bildet sie Antikörper und ist in der Regel vor weiteren Ansteckungen geschützt.

Prinzipiell sind schwangere Katzenhalterinnen gut beraten, wenn sie sich auf Toxoplasmose-Antikörper hin testen lassen. Zwar gehört dieser Bluttest nicht zur routinemäßigen Muttervorsorge, kann jedoch schnell klären, ob die Frau immun ist und somit kein Anlass zur besonderen Sorge besteht. Hat die Schwangere keine Antikörper im Blut, kann sie den Test in regelmäßigen Abständen wiederholen, um eine mögliche Infektion zeitnah zu erkennen und behandeln zu können. In jedem Fall gilt: Besprechen Sie das Thema ausführlich mit Ihrem Gynäkologen.

Hygiene im Umgang mit Katzen ist das A und O

Das Ansteckungsrisiko über den Kontakt zu Katzen ist weitaus geringer als durch den Kontakt und Verzehr mit Rohfleischprodukten. Dennoch müssen Katzenhalter wissen, dass Toxoplasmose-Erreger sich auch im Katzenkot befinden können. Hauptsächlich betroffen sind hiervon Freigänger, die den Parasiten beispielsweise über den Verzehr erlegter Mäuse zu sich nehmen und wieder ausscheiden. Wohnungskatzen sind wahrscheinlich keine Träger der Toxoplasmose, sofern sie nicht mit rohem Fleisch gefüttert werden.

Tipps für schwangere Katzenhalterinnen

Katzen müssen ihr Zuhause nicht verlassen, wenn sich Nachwuchs ankündigt. Wenn folgende Regeln beachtet werden, besteht in der Regel keine Gefahr der Infektion, selbst wenn das eigene Tier Träger der Toxoplasmose ist:

Der Tierarzt kann Katzen auf Toxoplasmose-Antikörper hin testen. Fällt der Test positiv aus, sollte durch eine Kotuntersuchung abgeklärt werden, ob die Katze Toxoplasmen ausscheidet. Auf jeden Fall ist besondere Vorsicht im Umgang mit dieser Katze geboten.

Nach jedem Kontakt mit der Katze sollten sich Schwangere gründlich die Hände waschen.

Schwangere sollten das Säubern der Katzentoilette jemand anderem überlassen. Steht niemand zur Verfügung, tragen sie grundsätzlich Einmalhandschuhe, die sie nach jedem Gebrauch wegwerfen. Anschließend gilt dennoch: Hände waschen.

Schwangere verzichten bei der Katzennahrung idealerweise auf rohes Fleisch.

Werdende Mütter vermeiden am Besten den Kontakt zu unbekannten oder kranken Katzen.

Diese Informationen werden von TASSO zur Verfügung gestellt und sind auf deren Internetseite nachzulesen.

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